Kolumne Juli 2016

Nun hat der Gastgeber der EM, Frankreich, auch verloren. Gut dass diese EM ohne große terroristische Anschläge vorüber gegangen ist, von den Hooligans-Auftritten abgesehen. In Essen war der optimalste Platz zum Mitfiebern, initiiert von 11 Freunde in "Les Halles du Futbol" das Puplic Viewing mit dem Orakel-Hahn ZIZOU in der Ursulastraße. Das Handballspiel von Schweinsteiger hat uns wahrscheinlich das Endspiel gekostet, dennoch herzlichen Glückwunsch zu der Traumhochzeit in Venedig. Sportlich sehe ich das, allerdings was die Engländer mit ihrem Brexit-Austritt machen, sehe ich nicht mehr sportlich. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Der Brexit-Anführer NIGEL FARAGE schleicht sich davon, DAVID CAMERON, er hatte das Referendum anberaumt, tritt als britischer Premierminister zurück und BORIS JOHNSON geht in Deckung, hat es sich jetzt allerdings wieder anders überlegt und wird Außenminister. Alle wollen mit dem politischen Schaden, den sie angerichtet haben, nichts zu tun haben. Die Gesichter der Bewegung legten mit großspurigen Versprechungen Feuerchen für den Brexit, doch löschen wollen sie es nicht. Da wird eilig THERESA MAY, seit 6 Jahren Innenministerin und für harte Einwanderungspolitik bekannt, als Premierministerin berufen. (Übrigens ich habe mehr Leopardenmuster-Schuhe, als Frau May). Außer dem politischen Chaos könnte es vor allem zu einem ökonomischen Chaos führen, obwohl schlaue Füchse, wie der britische Finanzminister, schon jetzt die Körperschaftssteuer von 20 auf 15 Prozent für Unternehmen senken wollen. Aber einen konkreten Plan haben die Briten nicht, wie kann man dann die Bevölkerung in eine Abstimmung treiben? Und eine Hintertür hat eine britische Anwaltskanzlei mit einer Rechtsbeschwerde auch schon geöffnet: weil die Volksabstimmung nicht bindend sei, müsse zuvor das Parlament den EU-Austritt beschließen. Im Parlament sind die Austritts-Gegner klar in der Mehrheit! Hat diese Schlammschlacht eigentlich jemandem gedient? Der Börse und dem Pfund bestimmt nicht. - Still und leise dient dem deutschen Bürger auch der 25. Geburtstag des Soli nicht. Für den Fiskus erweist sich der Soli allerdings sehr ertragreich. 16 Milliarden Euro spülte er in die Kasse. 79% der Deutschen wollen, dass der Soli abgeschafft wird. Die Ergänzungsabgabe zur Einkommen- und Körperschaftssteuer sollte nach der Wiedervereinigung dem Aufbau der neuen Bundesländer zugute kommen. Ein zweckgebundener Zuschlag war er aber nicht - darum läuft der "befristete" Soli immer noch, nach dem derzeitigen Stand bis 2019. Doch "Ossi-Frau" Bundeskanzlerin Dr. ANGELA MERKEL hat schon angekündigt, dem Solidaritätszuschlag noch weitere Jahre gönnen zu wollen. Ich war kürzlich in Ostdeutschland, in Thüringen in Brandenburg und Sachsen. Traumhaft schöne blühende Landschaften, Felder und Wälder soweit das Auge reicht, was noch an alter Bausubstanz in den Städten und Dörfern vorhanden ist, ist wunderbar restauriert und renoviert und die Straßen, ohne Schlaglöcher, mit Flüsterasphalt ausgestattet, einfach nur herrlich und wunderbar. Das ist Dank Soli in Ostdeutschland umgesetzt worden und wann erhalten wir in unserer Stadt den Soli? Die Straße, in der ich in Essen wohne, hat mehr Schlaglöcher als ganz Ostdeutschland zusammen.